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Gerresheim: Siedlerverein streitet mit Stadt um Zahlungen 

Gerresheim Der Verein und das Liegenschaftsamt sind uneins über die Höhe von Ausgleichszahlungen, die die Siedler leisten sollen.

Von Marc Ingel

Sie wohnen am Züricher oder Genfer, Luzerner oder Baseler Weg im äußersten Südosten von Gerresheim an der Grenze zu Flingern. 135 Grundstücke sind es - man nennt das idyllische Fleckchen Erde das "Schweizer Dorf" - wo die Mitglieder des Siedlervereins nach dem Krieg in Eigenleistung und mit Billigung der Stadt ihre Häuser errichtet haben.

1990 begannen die bis 1996 andauernden Verhandlungen mit der Stadt über den Ankauf der Grundstücke. Verhandlungsführer waren zu dieser Zeit auf der einen Seite Günter Kuhnke, Erster Vorsitzender und seit nunmehr 36 Jahren im Vorstand des offiziell als "Garten-Verein Bertastraße 3" fungierenden Siedlervereins tätig, und auf der anderen Seite der damalige Liegenschaftsamtsleiter Helmut Rattenhuber. "Die Verhandlungen waren schwierig, aber von großem gegenseitigen Vertrauen geprägt", sagt Kuhnke rückblickend.

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Bewohner will Klage erheben

Reduzierung Der fällige Ausgleichsbetrag für den Bewohner am Bieler Weg sei inzwischen auf 47.000 Euro reduziert worden, erklärt Günter Kuhnke. "Er hat bezahlt, weil er musste." Aber er habe das unter dem "Vorbehalt der Rückforderung" getan. Eine Klageerhebung vor dem Landgericht Düsseldorf erfolge in den nächsten Tagen. Fristende In elf Monaten endet die Frist des Wiederkaufsrechts, so der Vorsitzender der Siedlergemeinschaft, der dennoch nicht locker lassen will. "Mir geht es schlichtweg ums Prinzip."

Über die Auslegung der Modalitäten des Vertragsabschlusses gibt es jetzt aber Streit. Es geht um viel Geld für den Fall, dass einer der "Siedler" sein Grundstück verkaufen will. Die Geschichte ist recht komplex. Aber die Vereinsmitglieder um Kuhnke wollen sich nicht über den Tisch ziehen lassen, wie Kuhnke es ausdrückt. Ein langer Briefwechsel zwischen Verein und Stadt, der sich seit Anfang 2015 hinzieht, war die Folge.

Die Ausgangslage Der damalige Ankauf geschah zu vergünstigten Bedingungen: Einen Preisabschlag gab es unter anderem, da die Fläche schlecht durchlüftet ist, sich in einer Tieflage und in unmittelbarer Nähe zu einem Bahndamm befindet. Ein zusätzlicher Preisnachlass ("Siedlerrabatt") von 22 Prozent drückte den Kaufpreis auf 195 Mark pro Quadratmeter, ursprünglich wären laut Bodenrichtwertkarte 280 Mark pro Quadratmeter fällig gewesen. Es wurde ein 30-jähriges Wiederkaufsrecht seitens der Stadt notariell festgelegt. "Das geschah, um Spekulationen zu verhindern, und war auch vollkommen in Ordnung so. Außerdem wollte sich die Stadt ein Mitspracherecht sichern, damit nicht einer auf die Idee kommt, hier plötzlich einen Puff zu eröffnen", sagt Kuhnke. Nicht in Ordnung finden er und seine Mitstreiter nun jedoch die Höhe der von der Stadt geforderten Abstandszahlung, die fällig wird, wenn einer der "Siedler" sich vor Ablauf des Wiederkaufsrechts von seinem Grundstück trennen will.

 

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